Generalkapitel der Herz-Jesu-Priester vom 11. Mai bis 12. Juni 2009
Bericht von Mary Gorsky, Sekretärin der nordamerikanischen Provinz
Hier: Die deutsche Übersetzung
28. Mai: Eine neue Hauptverwaltung wird gewählt
Die Wahlen werden fortgesetzt
Wie heute bereits in einer E-Mail mitgeteilt wurde, wurde der Rest des Gesamtrates gewählt. Drittes Ratsmitglied ist P. Claudio Weber, der nunmehr seine zweite Amtszeit im Rat antritt. Der gebürtige Brasilianer wurde zum ersten Mal während des Generalkapitels 2003 gewählt.
Viertes Ratsmitglied wird P. John van den Hengel, Regionalprovinzial Kanadas, als fünftes Ratsmitglied wurde Albert Lingwegwe aus dem Kongo, wo er bisher als Novizenmeister und Vize-Provinzial tätig war, gewählt. P. Albert war zu diesem Zeitpunkt des Kapitels nicht anwesend, nahm die Wahl aber via Telefon an. Man hofft, das er bald zum Kapitel dazustoßen kann.
Bereits gestern wurde P. José Ornelas Carvalho in seinem Amt als Generaloberer bestätigt, sowie P. Paulus Sugino und P. Claudio Dalla Zuanna als erster und zweiter Beirat.
Am Ende der Wahlen dankte P. General den beiden offenherzigen Ratsmitgliedern Zbigniew Bogacz und P. Andreas Madya Srijanto und begrüßte und bedankte sich bei den SCJ, die an seiner Seite in der nächsten Leitung arbeiten werden.
Berufungs- und Jugendpastoral
Wie bereits in den vergangenen Tagen begannen die Delegierten den Tag in zufälligen mehrsprachigen Gruppen. Hauptaugenmerk des heutigen Tages waren die Jugend- und Berufungspastoral. Zurückblickend auf die Diskussionen des Plenums, kristallisierten sich immer wieder gleiche Themen heraus. Die Gruppen äußerten die Notwendigkeit einer Präsenz an Schulen und Universitäten. Jedoch sollte die Jugendarbeit über die Ausbildung und Gemeindearbeit hinausgehen. Es ist wichtig, dass die SCJ „in die Welt der Jugendlichen hineintreten“, so ein Delegierter. Die Kongregation muss die Sprache der Jugend sprechen und den jungen Leuten dort begegnen, wo sie anzutreffen sind – besonders über das Internet und andere Massenmedien.
Alle Provinzen sollten eine Webseite einrichten. Eine Internetpräsenz könnte auch einen Dialog mit der Jugend beinhalten, in dem sie mehr über religiöses Leben erfahren, über die Herz-Jesu-Priester und selbst einfache Fragen über ihren Glauben.
Die Berufungsarbeit sollte besser geplant werden (manche schlugen die Ausarbeitung eines Ein-Jahres-Plans vor, der jedes Jahr geprüft und überarbeitet werden könnte). In den Bereichen, in denen noch niemand dazu bestimmt wurde die Berufungspastoral zu erarbeiten, sollte jemand für diesen Zweck abgestellt werden. Mehrere Gruppen verlangten einen einheitlicheren Führungsstil auf der Hauptebene. Die Berufungspastoral könnte vielleicht sogar unter die Schirmherrschaft eines der Ratsmitglieder gestellt werden, oder man könne ein Sekretariat für die Erarbeitung einer Berufungspastoral einrichten.
Gleichzeitig meinten mehrere Gruppen, dass das Thema der Berufungen in der Verantwortung aller Mitglieder der Gemeinschaft liegt. „Wir müssen eine Kultur der Begrüßung der Berufung entwickeln“, so eine Gruppe. Persönliche Begleitung ist ebenfalls ein Kernstück des Entscheidungsprozesses. Die Mitglieder der Gemeinschaft müssen bereit sein, junge Menschen auf ihrem Weg zu begleiten, während sie ihre Berufung innerhalb der Kirche erkennen, egal ob dieser Weg sie zu den SCJ oder anderswohin führt.
„Wir müssen es wagen waghalsig zu sein“, meinte ein Delegierter in einer kleinen Gruppe. „Wir sind oft zu zaghaft wenn es um Berufung geht. Wir sollten mutig sein und Menschen dazu einladen, ein religiöses Leben und Missionsarbeit zu überdenken.“
Gemeinschaften und Individuen müssen jungen Menschen gegenüber einladend sein; sie müssen ein Zeugnis der Freude eines brüderlichen Lebens sein. Das Beispiel einer gesunden und glücklichen Gemeinschaft ist einer der besten Wege Berufungen zu fördern. Es sollte mehr informellen Austausch eines religiösen Lebens mit der Jugend geben, so wie beispielsweise junge Menschen einzuladen, sich mit einem zurückgekehrten Missionar zu treffen und ihn über seine Arbeit und sein Leben sprechen zu hören.
Am Ende der Darstellungen der einzelnen Gruppen, hatten auch Einzelne die Möglichkeit ihre Gedanken mitzuteilen. Einer sprach von einer religiösen Gemeinschaft, die, obwohl sie eine beträchtliche Anzahl an Berufenen hat, dennoch fortfährt sich auf allen Ebenen für die Berufungspastoral einzusetzen. Haben die Herz-Jesu-Priester der Berufungspastoral eine Priorität eingeräumt? Wenn ja, ist die Kongregation bereit zu tun was nötig ist um dieser Verpflichtung gerecht zu werden?
Mehrere Delegierte sprachen von dem Konzept der „Internationalen Berufung“. Die Herz-Jesu-Priester sind eine internationale Kongregation. Wenn es Berufene in einem Gebiet der Kongregation gibt, können diese in ein anderes Gebiet geschickt werden, nicht bloß um zu helfen, sondern um volle Mitglieder dieses anderen Gebiets zu werden? Die Kandidaten würden nicht nur in einem anderen Gebiet missionieren, sondern dort auch ihre Ausbildung absolvieren. Könnte dies ein Weg sein, manch ältere Provinzen, die zwar in ihrer Mitgliederzahl abnehmen, die der Kongregation jedoch viel gegeben haben, zu revitalisieren?
Ein weiterer Delegierter erinnerte die SCJ daran, nicht nur auf die Jugend zu blicken, sondern auch auf ältere Männer, die vor ihrer Einberufung einer Karriere nachgingen. In einer Zeit in der junge Menschen bedeutsame Lebensentscheidungen erst mit einem späteren Alter treffen, macht es Sinn sich auch Erwachsenen zu widmen, die eventuell zu einem religiösen Leben berufen fühlen.
Es gab viele Diskussionen über das Thema der Berufungspastoral, jedoch erinnerte ein Delegierter das Kapitel an die Erfordernis darin fortzufahren, einen Mann zu begleiten und zu fördern, sobald er der Gemeinschaft beitritt. „All zu oft verlieren wir die Männer innerhalb der ersten Jahre ihrer Gelübde. Wir können uns nicht bloß darauf konzentrieren Männer zu gewinnen“, so ein Delegierter. Die Förderung der Berufenen nach ihren Gelübden sollte hervorgehoben werden.
Während viele der Ansicht waren, dass Führung auf der Hauptebene hinsichtlich der Berufungspastoral von Vorteil wäre, ist es nötig die kulturellen Gegebenheiten jedes Gebietes zu berücksichtigen. Was in einem Teil der Welt angemessen zu sein scheint, mag vielleicht nicht für einen anderen Teil gelten.
Erneut merkten die Delegierten die Notwendigkeit an, für die Jugend und Familien allgemein präsent zu sein. Es mag einfacher sein über Strukturen zu sprechen als darüber eine Verpflichtung einzugehen gegenwärtig für und aktiv mit der Jugend zu sein. Laien sehen das Erfordernis für mehr Berufene -- wie können Religiöse mit ihnen arbeiten um neue Ideen für die Berufungspastoral zu finden?
Berichte der Provinzen
Heute hörte das Kapitel kurze Berichte über Argentinien, Uruguay, Nord-Brasilien und Süd-Brasilien. In all diesen Lateinamerikanischen Gebieten liegt der Schwerpunkt darauf, den Armen zu helfen, sowohl in der Gemeindearbeit als auch in der externen Sozialarbeit, sowie auf der Ausbildung und Formation. Jedes hat außerdem sein eigenes internationales Aroma, indem es mit anderen Gebieten hinsichtlich der Ausbildung und der Missionsarbeit kollaboriert.