« Caritas Christi urget nos »
(2 Cor 5:14)

Reports - Rapports - Informes - Rapporti - Relatórios


Generalkapitel der Herz-Jesu-Priester vom 11. Mai bis 12. Juni 2009

Bericht von Mary Gorsky, Sekretärin der nordamerikanischen Provinz in der deutschen Übersetzung

 

19. Mai 2009: Reaktion auf den Bericht des Generaloberen

Br. Ray Kozuch aus der US-Amerikanischen Provinz war der Moderator der Sitzungen am Dienstag.

Die erste Sitzung des Tages war eine Fortsetzung dessen, was bereits am Montag vorgestellt wurde: Die Präsentation des Berichtes des Generaloberen P. José Ornelas Carvalho erläuterte den vierten und letzten Abschnitt, der die gegenwärtige Situation der Kongregation reflektiert, wohin sie sich entwickelt und was für Herausforderungen sich in Zukunft darstellen.

Er begann mit grundlegenden Statistiken. Mit Stand vom 31. Dezember 2008 gab es 2227 SCJ. Dies sind weniger als die 2363 Mitglieder aus dem Jahre 1991, jedoch scheint sich der Trend der 30-jährigen und jünger zu stabilisieren. Dennoch hat sich die Verteilung der Mitglieder der Kongregation erheblich verändert. Wie bei den meisten religiösen Gemeinschaften, wächst die Mitgliederzahl in der südlichen Hemisphäre zusehends, während sie im Norden abnimmt. Die Demographie verändert sich ebenfalls, da das durchschnittliche Alter der SCJ im Norden zunimmt, während es im Süden immer jünger wird. Nordamerika hat das höchste Durchschnittsalter mit 65,8, während es in Asien im Schnitt 36,32 beträgt. Dies veranschaulicht nicht nur den gegenwärtigen Stand der Kongregation, sondern gibt auch einen Ahnung, wohin sie sich zukünftig entwickeln wird.

Europa ist die Geburtsstätte der Herz-Jesu-Priester. Für die Kongregation ist es noch immer die größte Quelle für missionarisches Personal und Geldmittel. Fast 87% der SCJ, die außerhalb ihrer Heimatprovinz oder Region arbeiten, stammen aus Europa. Nordamerika trägt ebenfalls dazu bei, den finanziellen Bedarf der Kongregation zu decken.

Es ist jedoch offensichtlich, dass der Zuwachs der Kongregation sich in der südlichen Hemisphäre abspielt. Es gibt zwar noch Missionare in Afrika und Asien, jedoch altern diese und werden zunehmend weniger, während die Berufungen von einheimischen SCJ rasch zunehmen. 1991 gab es 167 Missionare in Afrika, jedoch sind es heute nur noch 80. Gleichzeitig stieg die Zahl der afrikanischen SCJ von 40 auf 235.

Nachdem er dies dargestellt hatte, sprach P. Ornelas über die Herausforderungen der Zukunft. „Die Kongregation schuldet den geschichtlichen Persönlichkeiten der nördlichen Hemisphäre Unermessliches“, so P. Ornelas. „Unter Einsatz ihres Lebens gründeten und unterstützten sie Gemeinschaften der SCJ auf der ganzen Welt und tun dies noch heute.“

Jetzt sehen sich die nördlichen Entitäten konfrontiert mit der Herausforderung, ihre Aufgaben mit weniger Mitgliedern besetzen zu müssen, angemessen den Bedürfnissen ihrer alternden Mitbrüder Sorge zu tragen und Wege zu finden, einen Einfluss auf eine zunehmend profaner werdende Gesellschaft auszuüben. „Welche Haltung nehmen wir als Kongregation ein?“ fragte P. Ornelas. „Finden wir Wege präsent zu sein, wissend, dass dies die Unterstützung anderer Organe nötig macht. Können wir Verfechter sein, die das Evangelium verkünden?“

Im Süden wuchsen die Zahlen der Mitglieder, jedoch fehlen die Mittel für die eigene Lebenserhaltung. Darüber hinaus gibt es die „Anfangsschwierigkeiten“, angefangen vom Wandel der Selbstverständnisses der Mitbrüder bis hin zu einem Begriff von Mission als Selbstbestimmung. Manche Einrichtungen, die einst als Mission angesehen wurden, senden nun ihre eigenen Missionare aus.

All dies spricht für die Notwendigkeit einer neuen interkulturellen und internationalen Mentalität oder Denkweise im Sinne von „Wir, die Kongregation,“ so P. General. „Wenn wir nicht neue und couragierte Maßnahmen ergreifen, sowohl Personal als auch andere Ressourcen auf internationaler Ebene gemeinsam nutzen, werden wir in Bedrängnis kommen und unsere Mission in der Kirche und in der Welt gefährden.

Gruppenreflexionen

Die Delegierten verbrachten den restlichen Dienstag in kleinen Diskussionsgruppen, in denen sie den Bericht des Generaloberen reflektierten. Beim erneuten Zusammentreffen des Plenums in einer Schlusssitzung trugen die Gruppen ihre Ergebnisse zusammen. Br. Ray Kozuch, Moderator, merkte an, dass die Diskussion des Berichts einen Teil des größeren Wahrnehmungsprozesses des Kapitels darstellt. Berichte und individuelle Kommentare werden nicht bloß abgeheftet, sondern als Teil dieses Prozesses ausgewertet. Eine Analysekommission wird die Diskussionen als eine Hilfe hervorheben, um viele der Themen der ersten Woche als Vorbereitung für die Woche des Instrumentum Laboris, welches in der zweiten Woche angegangen wird, wieder aufzugreifen.

In den kleinen Gruppendiskussionen kristallisierten sich verschiedene gemeinsame Themen heraus. Die Notwendigkeit einen stärkeren Fokus auf Berufungen, Gestaltung und das Gemeinschaftsleben zu legen, wurde oft genannt. Ein Ruf nach stärkerer Ausbildung der Ausbilder und eine Notwendigkeit für eine dauerhaftere Aus- und Weiterbildung wurde laut. Die Erfahrungen in der Ausbildung sollten die internationale Natur der Kongregation unterstreichen und Männer auf die Möglichkeit, in einer internationalen Gemeinschaft leben zu können, vorbereiten. Eine Gruppe forderte eine stärkere Vereinheitlichung der Ausbildungserfahrungen, wobei Raum gelassen werden solle für lokale Anpassung.

Berufungen sind die Zukunft der Kongregation und eine Aufgabe für alle, nicht nur für diejenigen, die mit der Aufgabe der Berufungspastoral speziell betraut wurden.

Man hat sich darauf geeinigt, dass die SCJ stärker präsent unter den jungen Leuten sein müssen, wobei eine solche Präsenz auf die jeweiligen Kulturen zurechtgeschnitten sein sollte. Die Jugend braucht Begleitung, jedoch sollten die SCJ keine Angst haben, diese herauszufordern.

Eine weitere Gemeinsamkeit war die Notwendigkeit eines verbesserten Gemeinschaftslebens und eines ausdrucksvolleren SCJ-Identität. Die Kongregation hat keine spezifischen Aufgaben, stattdessen definiert sie sich durch ihr Charisma und ihre Spiritualität. Die SCJ-Identität muss nicht nur ausgebaut werden, um die Leben der jetzigen Mitglieder zu verbessern, sondern auch, um potentiellen Berufenen etwas Attraktives bieten zu können.

Kontinuierliches Engagement im Hinblick auf die Mission ist so unerlässlich wie das Bedürfnis der Menschen in einer Kultur anders als der eigenen zu leben, wenn auch nur für eine kurze Zeit. Dies erlaubt einem Menschen die eigene Kultur mit neuen Augen zu betrachten und andere Realitäten besser zu begreifen.

Das gemeinsame Gebet und ein Fokus auf die Anbetung muss hervorgehoben werden.

Manche schlugen vor, dass Gerechtigkeit und Frieden besser in das Leben der Kongregation eingearbeitet werden müsste, wobei eine Gruppe nach einer besseren Verfeinerung dessen, was „Gerechtigkeit und Frieden“ bedeutet, verlangten. In den persönlichen Kommentaren meinte ein Delegierter, dass Gerechtigkeit und Frieden einfach ein Teil des dehonianischen Charismas darstellt. Wenn dieses Charisma vollkommen ausgelebt wird, finden SCJs einen Fokus für Gerechtigkeit und Frieden.

Es gab einen Aufruf nach weiterem Ausbau der Centro Studi Dehoniani, sowie der Studienhäuser auf lokaler Ebene. Es muss ein besseres Verständnis dessen geben, was getan wird und wo sich diese Studienhäuser befinden, sowie eine bessere Zusammenarbeit der Häuser untereinander. Es wäre von Vorteil einen „Experten“ in Bezug auf P. Dehon und die Dehonianische Spiritualität in jedem Gebiet zu haben.

So wie die Kongregation in Asien und Afrika wächst, ist es notwendig, dass die Vertreter aus diesen Gebieten ein Teil des Generalkomitees und anderer Strukturen werden.

Kommunikation ist entscheidend und eine verbesserte Kommunikation ist eines der notwendigen Schlüsselelemente, die man braucht um eine Gemeinschaft aufzubauen. Es gab viele gute Veröffentlichungen, Briefe und anderes Material sowohl lokal als auch auf der Ebene der gesamten Gemeinschaft. Wie viel wird davon jedoch tatsächlich gelesen? Könnte die Kongregation nicht besser die Mittel der Kommunikation nutzen, die ihr bereits zur Verfügung stehen, anstatt eine weitere Ebene hinzuzufügen? Man forderte häufigere, kürzere Nachrichten, die in einer Vielzahl von Sprachen verfügbar gemacht werden.

Mehrere Diskussionsgruppen konzentrierten sich auf das Thema der Dehonianischen Familie. Viele einigten sich darauf, dass es wichtig ist, das Charisma P. Dehons mit den Laien zu teilen. Dennoch kämpfen viele Bereiche der Kongregation damit, dies in die Tat umzusetzen. Es gab mehrfach den Vorschlag, dass die Laien selbst definieren müssten, was es bedeutet, ein „Laien-Dehonianer“ zu sein und selbst einen Weg finden sollten, die Ausstrahlung des Gründers in ihr Leben zu integrieren. Die SCJ können diesen Laienmitgliedern der „Familie Dehons“ als Quelle dienlich sein.



*****

NOTE: The majority of photos taken at the General Chapter will be posted at the congregational website, http://www.dehon.it.

I'll be posting some of the photos I take at http://www.scjusa.smugmug.com To see them, click on the first gallery, or go directly to: http://scjusa.smugmug.com/gallery/8259359_fwcwx#540413616_85pae

Mary Gorski

 

 

 

 

Welcome - Bienvenido - Bienvenu - Benvenuto - Bem-vindo - Willkommen - Witaj - Selamat Datang